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Die Ursachen

Ursachen für Symptome des Trockene Auges

- allgemeine Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, Rheuma oder Schilddrüsenerkrankungen. Einfluß können auch Arzneimittel wie Betablocker, Antihistaminika, Hormonpräparate oder Antidepressiva haben. Hierzu sollte unbedingt ein behandelnder Arzt und Augenarzt konsultiert werden.

- Umweltbedingungen wie zum Beispiel verschmutzte Luft, allergenhaltige Luft und hohe Ozonwerte, starke UV-Strahlung bei ungeschützten Augen, der Computerarbeitsplatz ("Office-Eye-Syndrom"), das klimatisierte Büro oder Auto, trockene Raumluft, besonders im Flugzeug, Zigarettenrauch, Gebläse, Zugluft, Konservierungsmittel in Augentropfen, Vitamin-A-Mangel u.v.m.

- hormonelle Faktoren können die Zusammensetzung des Tränenfilms beeinträchtigen, zum Beispiel Wechseljahre und Einnahme der Antibaby-Pille.

- natürlich kann auch zu wenig Trinken Einfluß auf die Tränenproduktion haben.

- Kontaktlinsen führen häufig zu Symptomen des Trockenen Auges, Unter den Linsen erwärmt sich die Augenoberfläche, mit der Folge, dass die Tränenflüssigkeit schneller verdunstet.

- nach Augenoperationen (auch Laseroperationen) ist die Augenoberfläche beschädigt, die Einschnittstelle ist uneben und entzündet. Dies stört den Tränenfilm und lässt ihn leicht reissen, Trockenstellen treten leichter auf.

- Verminderte Tränenproduktion: Sie wird ausgelöst durch Autoimmunerkrankungen wie das Sjögren-Syndrom und rheumatoide Arthritis. Unfälle, schwere Entzündungen oder Tumore können darüber hinaus die Tränendrüse zerstören.

Computerarbeit

Immer mehr Menschen verbringen einen Großteil ihres Arbeitslebens und häufig auch viele Stunden ihrer Freizeit am Computer. Die Beschwerden des Trockenen Auges treten bei dieser Gruppe besonders häufig auf; man spricht hier auch vom „Office Eye Syndrom“. Die Ursache liegt im verringerten Lidschlag, wenn man am Computer arbeitet. Normalerweise blinzeln wir 20-25 Mal pro Minute. Bei der Bildschirmarbeit wird der Blick starr, und der Lidschlag verringert sich auf bis zu nur noch 7 Mal pro Minute. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr so häufig frisch auf der Hornhaut ausgebreitet und reißt, weil die Lipidschicht instabil wird.

Kontaktlinsen

Rund die Hälfte aller Kontaktlinsenträger leidet unter dem Trockenen Auge. Der Grund: Das Einsetzen und Tragen der kleinen Sehhilfen zerstört die Lipidschicht des Tränenfilms. Zur Übermäßigen Verdunstung der wässrigen Tränenfilmphase trägt auch bei, dass Kontaktlinsen die Augenoberfläche erwärmen. Beim Trockenen Auge werden Kontaktlinsen dann nicht mehr als Sehhilfe, sondern als störender Fremdkörper empfunden, der auf der ausgetrockneten Hornhaut reibt.

Lidrandentzündungen/gerötete Lidränder

Die Lipidschicht des Tränenfilms kann auch durch Lidrandentzündungen, in der Fachsprache Blepharitis genannt, angegriffen werden. Denn diese Entzündungen entstehen häufig durch Störungen der Meibomschen Drüsen oder führen zu einer Fehlfunktion der Drüsen.

Hormonumstellungen

Hormonelle Einflüsse können bei Frauen zum Trockenen Auge führen. Während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren klagen daher viele Frauen über derartige Augenprobleme.

Kosmetika

Werden Augenkosmetika wie Kajalstift oder Lidschatten nicht richtig aufgetragen, kann es passieren, dass sich die Öffnungen der Meibomschen Drüsen auf den Lidkanten verschließen. Deshalb wird die Lipidschicht beeinträchtigt. Diese für den Tränenfilm so wichtige Schicht kann ebenso durch Augenkosmetika, die auf den Tränenfilm gelangen, zerstört werden.

Krankheiten

Die Ursache für Trockene Augen kann eine andere Grunderkrankung sein. Einige Krankheiten können diese Augenbeschwerden auslösen oder sie verstärken. Dazu gehören zum Beispiel Diabetes, Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis, Allergien, Schilddrüsenerkrankungen, Infektionen und rheumatische Beschwerden.

Medikamente

Die Mucin- und die Lipidschicht des Tränenfilms können durch Medikamente geschädigt werden und so die Beschwerden des Trockenen Auges hervorrufen oder verstärken. Folgende Medikamente können zu einem Trockenen Auge führen: Antidepressiva, Schmerzmittel, Schlafmittel, Beta-Blocker, Neuroleptika, Antihistaminika, Anti-Baby-Pille. Weitere Arzneimittel zur Behandlung von Migräne, Bluthochdruck, Hauterkrankungen, Morbus Parkinson, Krebserkrankungen, Hauterkrankungen und Wechseljahrsbeschwerden können den Tränenfilm ebenfalls schädigen.

Konservierungsmittel

Für die Behandlung des Trockenen Auges sind Tränenersatzmittel, die Konservierungstoffe wie zum Beispiel Benzalkoniumchlorid enthalten, gänzlich ungeeignet, da sie die stabilisierende Lipidschicht des Tränenfilms zerstören und so zu viel Tränenflüssigkeit verdunstet.

Operationen und Laserbehandlungen

Trockene Augen sind eine häufige temporäre „Nebenwirkung“ bei Augenoperationen wie zum Beispiel das Austauschen der Linse beim Grauen Star (Katarakt) oder Laserbehandlungen zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten mit den gängigen Verfahren LASIK oder LASEK. Bei diesen Laserverfahren wird auch die Produktion der Lipidschicht in Mitleidenschaft gezogen.

Klimaanlage/Heizungsluft/Zugluft

Unter Trockenen Augen leiden viele Menschen, die häufig in klimatisierten oder beheizten und damit zu trockenen Räumen arbeiten oder reisen. Trockene Luft oder Zugluft in Büros, Flugzeugen, Zügen oder Autos lässt die Tränenflüssigkeit sehr schnell verdunsten.

Ozon

Zu hohe Ozonwerte an heißen Sommertagen werden inzwischen nicht nur in Großstädten gemessen. Dieses gefährliche Gas, das aus Auto- und Industrieabgasen sowie Computerdruckern durch die Mitwirkung von intensiver UV-Strahlung entsteht, greift die menschliche Gesundheit an. Unter anderem schädigt Ozon die schützende Lipidschicht des Tränenfilms.