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Der Tränenfilm

Wie ist der Tränenfilm aufgebaut?

Der menschliche Tränenfilm ist sehr dünn. Sein Durchmesser beträgt lediglich 10 Mikrometer, das ist weniger als ein Hundertstel Millimeter. Damit er nicht beim jedem Lidschlag zerreißt, muss er jedoch extrem stabil sein. Erreicht wird dies durch ein komplexes Zusammenspiel von drei unterschiedlichen Schichten innerhalb des Tränenfilms. Nur wenn dieses Gleichgewicht ungestört ist, kann der Tränenfilm alle seine Aufgaben reibungslos erfüllen.

Direkt auf der Hornhaut liegt eine dünne Schleimschicht, die Muzinschicht, sie sorgt zum einen dafür, dass die an sich wasserabstoßende Hornhautoberfläche überhaupt erst benetzbar wird. Zum anderen kann diese Schleimschicht Fremdkörper, die ins Auge geraten sind, umhüllen und unschädlich machen.

Mengenmäßig den größten Anteil am Tränenfilm stellt die wässrige Schicht. Sie besteht aus Wasser, versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und enthält Abwehrstoffe, die eingedrungene Krankheitskeime bekämpfen. Täglich produzieren die Tränendrüsen etwa zwei Milliliter der wässrigen Schicht. Reizt ein Fremdkörper das Auge oder muss man weinen, kann diese Menge aber auch rasch auf das mehr als Hundertfache ansteigen.

Den Abschluss zur Luft hin bildet ein dünner Fettfilm, die so genannte Lipidschicht. Diese Lipidschicht stabilisiert den Tränenfilm nach außen und verhindert, dass er zu rasch aufreißt. Somit wird die Verdunstung der Tränenflüssigkeit verringert. Gebildet wird das fettige Sekret von den Meibomschen Drüsen im Ober- und Unterlid. Mit jedem Lidschlag werden die Fettmoleküle auf den Lidrand abgegeben. Vom Lidrand gelangt nun ein Teil dieser Lipide auf den Tränenfilm und bilden dort die Lipidschicht.