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Die Behandlung

Wie kann ein Trockenes Auge behandelt werden?

Man unterscheidet zwischen:
- liposomen Therapie (Augenspray)
- Punctum Plugs
- Tränenersatzmittel (Augengel, Augentropfen)

Überwiegend wird immer noch versucht, die Beschwerden mit Hilfe von Tränenersatzmitteln – auch als Benetzungslösungen bezeichnet – zu lindern. Diese sogenannten „künstlichen Tränen“ enthalten in der wässrigen Lösung zumeist ein synthetisches Verdickungsmittel wie Polyviylalkohol, Polyvidon, Natriumhyaluronat, die Celullose-Derivate Hypromellose, Hyetellose und Carmellose oder auch Hydroxypropylguar, die ein sofortiges Ablaufen über die Tränenpünktchen verhindern sollen. Trotzdem fließt ein Großteil der eingetropften Flüssigkeit schnell wieder über den Tränen-Nasen-Kanal ab.

Augengele beinhalten als synthetisches Verdickungsmittel Carbomer (Polyacrylsäure) und verweilen aufgrund der Gelform länger auf der Augenoberfläche als Augentropfen, beeinträchtigen dafür aber das Sehvermögen für einen bestimmten Zeitraum indem sie die Sicht „verschleiern“.

Aufgrund der Ergebnisse der schon erwähnten Studie der Augenärzte in Essen und Heidelberg weiß man inzwischen allerdings, dass die wässrige Phase des Tränenfilms nur bei etwa jedem zehnten Trockenen Auge tatsächlich die alleinige Störung ist, die dann die Beschwerden verursacht. Dies könnte erklären, warum die herkömmliche Behandlung des Trockenen Auges mit Benetzungsmitteln, die die Flüssigkeitsmenge erhöhen sollen, oft nicht den von den Patienten gewünschten Erfolg bringt.

Ganz im Gegenteil wurde sogar nachgewiesen, dass durch das Einträufeln der Tränenersatzmittel die Verdunstung noch erhöht wird. Weil aber knapp 80 Prozent der Betroffenen aufgrund der Störungen der Lipidschicht ohnehin schon eine zu starke Verdunstung der Tränenflüssigkeit aufweisen, ist dies problematisch. Es führt dazu, dass die Verwendung der Tränenersatzmittel nur kurzfristig die gewünschte Erleichterung zu verschaffen vermag, das eigentliche Problem aber tatsächlich verstärkt wird. Das ist auch der Grund, weshalb die Tränenersatzmittel meist sehr häufig verwendet werden müssen – fast 60 Prozent der Betroffenen tropfen häufiger als achtmal täglich.

Einen anderen Weg beschreitet deshalb die moderne Liposomen-Therapie. Sie basiert auf den Erkenntnissen der Untersuchungen an den Universitäts-Augenkliniken Essen und Heidelberg und hat zum Ziel, die zumeist geschädigte Lipidschicht des Tränenfilms wieder zu stabilisieren.

Liposomen sind mikroskopisch kleine Kügelchen aus Phospholipiden, also Fettmolekülen, in deren Innern Wasser eingeschlossen ist. Solche Liposomen sind mikroskopisch klein, ihr Durchmesser beträgt nur ca. einen Zehntausendstel Millimeter. Zur Behandlung des Trockenen Auges wurden Augensprays entwickelt, mit denen die Liposomen hauchdünn auf das geschlossene Augenlid gesprüht werden, also nicht direkt auf den Tränenfilm selbst. Über die Lidkante wandern die Liposomen anschließend jedoch - wie auch die körpereigenen Lipide - auf den Tränenfilm und sollen dort die Lipidschicht bis zu vier Stunden stabilisieren. So wird erreicht, dass der Tränenfilm nicht mehr so schnell aufreißen kann und sich somit auch die Verdunstungsrate wieder normalisieren kann.

Zusätzlich haben Liposomen-Augensprays noch einen kühlenden Effekt, sie sollen den Juckreiz stillen und leicht entzündungshemmend wirken, was in einer Studie zu einem Rückgang der Lidrandentzündungen um 89,5 Prozent geführt hat. Nebenwirkungen seien nicht beobachtet worden. Bei Bedarf kann die Liposomen-Therapie unproblematisch mit herkömmlichen Tränenersatzmitteln kombiniert werden und ist auch für Kontaktlinsenträger geeignet. Wer Probleme mit „trockenen“ Augen hat, für den könnte die Liposomen-Behandlung eine neue Chance bieten, die lästigen Beschwerden zu verringern.

Bei Trockenen Augen, die ausschließlich durch eine Störung der wässrigen Schicht des Tränenfilms hervorgerufen werden, können eine Verödung oder ein künstlicher Verschluss der Tränenpünktchen (Punctum Plugs) dazu beitragen, die verfügbare körpereigene Tränenmenge zu erhöhen. Ansonsten ist hier die Verwendung von Tränenersatzmitteln angezeigt.